Genuss-Tipp: 3 urige Wirtshäuser in Oberbayern

Gemütlich ist auch der Biergarten vom Wirtshaus Zum Luitpold.
Gemütlich ist auch der Biergarten vom Wirtshaus Zum Luitpold. (Foto: Zum Luitpold/Rainer Schmidt)

Bekannt und beliebt ist Bayern auch durch seine traditionsreiche Wirtshauskultur. Bayerns Bestes stellt drei der urigsten Wirtshäuser in Oberbayern vor.

Zum Luitpold in Leeder

“Tradition ist schön”, sagt Harald Keßler, ” aber man darf sie auch modernisieren.” Ein Konzept, an dem Keßler festhält: Nachdem er 1995 den “Schwarzen Adler” mit seiner Frau Maria übernommen hat, erhielt der historische Gasthof seinen heutigen Namen in Erinnerung an den früheren Besitzer Georg Luitpold. Darüber hinaus sorgt Harald Keßler auch bei der Speisekarte für den Fortbestand der Tradition – etwa bei den Gerichten “anno 1980”, zu denen Klassiker wie Wiener Backhuhn gehören. Doch der gelernte Koch experimentiert auch gerne: Passend zur Jahreszeit kreiert er besondere Speisen mit Zutaten aus dem Garten: “Die Gerichte auf der Karte wechseln oft.”

Historie: In einer Chronik wird das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert von Beginn als Tafernwirtschaft geführt. Georg Luitpold von Bronnen, ein Vorfahre der heutigen Eigentümer, erwarb es 1888, seitdem ist es im Familienbesitz.

Harald Keßler empfiehlt:

· Klassiker “anno 1980”
· Besondere Kreationen wie etwa Wildbouillon mit Steinpilzen, Brennnessel und Pilzravioli oder gebackene Austernpilze mit Rote-Beete-Gnocchi und Wiesenknopfrahm

Besonderheit: Bewirtung beim Maibaumaufstellen und beim Markt in Leeder

Adresse: Zum Luitpold, Hauptstraße 36, 86925 Leeder, Tel. 08243/3160 

www.restaurant-luitpold.de 

 

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag jeweils von 17 bis 23 Uhr, Sonntag von 11 bis 23 Uhr

Ausflugstipps: Weldener Weiherrunde; Oswald-Malura-Museum in Unterdießen (www.oswald-malura.de)

Tafernwirtschaft Hörger in Kranzberg

Urig bayerisches Flair im Gasthaus Hörger
Urig bayerisches Flair im Gasthaus Hörger (Foto: Hörger/René Gaens)

Andreas und Martina Hörger haben den über 120 jährigen Familienbetrieb ab 1998 in ein Biohotel mit Tafernwirtschaft, Bio Metzgerei und Biogärtnerei umgewandelt. „Bei uns weiß man immer, was drin ist“, sagt Andreas Hörger über die Speisekarte: Das Konzept der Tafernwirtschaft sieht vor, dass zu 100 Prozent biologische Lebensmittel verarbeitet werden, ohne künstliche Aromen oder Geschmacksstoffe. Nicht nur Allergiker schätzen diese Küche, auch die Liebhaber von Innereien kommen auf ihre Kosten, denn in der eigenen Bio Metzgerei werden nur ganze Tiere aus artgerechter Tierhaltung verarbeitet. Welche Spezialitäten aktuell angeboten werden, wird auf der Tageskarte der Website veröffentlicht.

Historie: Das Gebäude von 1839 ist seit 1888 im Familienbesitz, als der Urgroßvater des heutigen Besitzers die Wirtstochter Anna Hufnagel heiratete.

Andreas Hörger empfiehlt:
· Bayerische Spezialitäten aus Innereien wie saures Lüngerl, gebackener Kalbskopf, Milzwurst, saure Leber, saure Nieren etc. (siehe Tageskarte online)

Besonderheit: Der „Apfelpfarrer“ Korbinian Aigner, ein Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, malte nach seiner KZ-Gefangenschaft im Garten der Familie Hörger. Fotos seiner berühmten Apfelbilder hängen in den Zimmern des Biohotels.

Adresse: Hörger Biohotel Tafernwirtschaft, Hohenbercha 38, 85402 Kranzberg, Tel. 08166/990980 www.hoerger-biohotel.de

Reservierung empfehlenswert

Tipp: Wandern im Vogelparadies an der Amper, Ammer-Amper-Radweg

Mesnerwirt St. Johann in Siegsdorf

Es ist dem Durchhaltevermögen von Walburga „Wally“ Mader zu verdanken, dass es den Mesnerwirt noch gibt: Als sie das geschichtsträchtige Wirtshaus 1965 mit ihrem Mann übernahm, waren bei den Gästen moderne Neubauten gefragt. Doch die heute 88-Jährige ließ sich nicht beirren und hielt an dem alten Haus fest. Seit langem schätzen die Gäste die authentische Wirtshausatmosphäre in den historischen Bauernstuben. „Wir haben Stammtische, die es seit 40 und 45 Jahren gibt“, erzählt Tochter Johanna Kaltenhauser. Und: „Für meine Mutter war es
eine Berufung, Wirtin zu sein.“ Wally Mader hat sich inzwischen zur Ruhe gesetzt. Die gute Nachricht: Ihre berühmten Bratkartoffeln gibt es auch weiterhin.

Historie: ca. 1530 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1936 im Besitz der Familie Mader, seit Juli 2022 verpachtet an die Brauerei Wochinger. Das Wirtshaus wird im Sinne der Eigentümer traditionell weitergeführt.

Johanna Kaltenhauser empfiehlt: 

· Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln nach Art von Wally Mader
· Biere der Traunsteiner Brauerei Wochinger-Bräu

Besonderheit: Die Bemalung der Fenster des denkmalgeschützten Hauses beruhen auf ursprünglichen Ornamenten von ca. 1700, die freigelegt wurden. Im Haus wird nur mit Holz geheizt, in den Bauernstuben findet man barocke Elemente.

Adresse: Mesnerwirt St. Johann, St. Johann-Straße 22, 83313 Siegsdorf, Tel. 08662/7430

www.mesnerwirt-stjohann.de

Tipps: 

· Freizeitpark Ruhpolding mit Märchenpark (www.freizeitpark.by),
· Mammutmuseum Siegsdorf (www.museum-siegsdorf.de)

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Matthias Jell

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