Premiere beim Challenge Roth: Redakteurin Marion Bremm bereitet sich vor

Marion Bremm beim Schwimmtraining.
Die Brille sitzt: Marion Bremm beim Schwimmtraining. (Foto: Franz Aichinger)

„Bayerns Bestes“-Redakteurin Marion Bremm schwimmt seit ihrem sechsten Lebensjahr im Schwimmverein Straubing. An diesem Sonntag tritt die 35-Jährige erstmals beim Challenge Roth als Staffelschwimmerin an. Im Interview verrät sie, wie sie sich vorbereitet und worauf sie sich freut.

In wenigen Tagen gehst du zum ersten Mal beim größten Langdistanz-Triathlon der Welt an den Start. Wie fühlst du dich gerade?
Marion: Tatsächlich ist heute der erste Tag, an dem ich nervös bin. Die letzten Tage und Wochen stand noch viel Organisatorisches im Vordergrund. Fragen wie, woher bekomme ich eine Unterkunft und was ist der schnellste Weg vom Hotel aufs Wettkampfgelände, beschäftigten mich. Das ist jetzt alles geklärt. Was bleibt sind Nervosität und natürlich Vorfreude.

Wie bereitest du dich sportlich auf den Wettkampf vor?
Marion: Ich schwimme, seit ich sechs Jahre alt bin, im Verein – eine gewisse Grundausdauer habe ich, und ich bin auch technisch sehr gut aufgestellt. Im Kanal krault man ja, weil es die schnellste Schwimmart ist und am kraftsparendsten, wenn man sie gut kann. Ich komme damit sehr gut zurecht. Aber ich habe relativ spät von meiner Teilnahme am Challenge Roth erfahren, sodass ich auch dann erst intensiv ins Training eingestiegen bin. Aber auch davor habe ich mich schon durchs Schwimmen und Laufen fit gehalten. Drei- bis viermal pro Woche schwimme ich im Freibad – im Winter im Hallenbad – zwei bis drei Kilometer. Entweder in Form eines Individualtrainings oder einfach durchweg. Aber ich habe mich schon lange nicht mehr auf einen Schwimmwettkampf vorbereitet. Und jetzt steht wieder einer an, damit ist der Druck im Training gleich ganz anders. Ich versuche gerade trotz meines Vollzeitjobs alle zwei Tage ins Wasser zu gehen und zwei bis drei Kilometer zu schwimmen. Das mache ich nicht nur im Freibad, sondern auch im See. Mit und ohne Neopren. Zusätzlich mache ich Stabilisationstraining zu Hause, Hantel- und Krafttraining und fahre Fahrrad. Was noch wichtig ist: ausreichend Schlaf.

Achtest du bei deiner Ernährung gerade auf etwas bestimmtes?
Marion: Ich liebe Süßigkeiten, esse seit zwei bis drei Wochen aber sehr viel weniger davon. Hungern geht auf keinen Fall, aber ich ernähre mich sowieso sehr gesund. Kohlenhydrate esse ich kurz vorm Wettkampf verstärkt. Aber da hat jeder Sportler seine eigene Strategie. Bei mir ist es so, dass ich vorm Schwimmen nichts essen kann, denn sonst fühle ich mich schwer. Lieber esse ich danach. Deshalb bin ich auch sehr froh, dass der Start am Sonntag schon um 9 Uhr ist (lacht).

Wie bereitest du dich mental vor?
Marion: Mental verlasse ich mir vor allem auf meine Erfahrung. Körperlich und psychisch bin ich in guter Verfassung. Ich gehe die Strecke immer schon visuell durch: wo die Zuschauer stehen und wo sich was befindet. Denn ich bin ein sehr nervöser Mensch und möchte alles perfekt organisiert haben. Wenn etwas mal nicht klappt, fühle ich mich unsicher.

Was könnte dich im Wettkampf verunsichern?
Marion: Bei dieser Strecke wäre es eine Katastrophe, wenn Wasser in die Schwimmbrille läuft. Der Grund: Im Kanal hat man sehr viel mehr Einflüsse, die einen ablenken. Man hat keine Bahn, wie im Schwimmbecken. Es schwimmen Leute um einen herum, die sehr nah kommen. Der Untergrund wird aufgewühlt, das heißt Schlamm und Dreck. Da sollte man gut sehen können. Aber vom Material her bin ich für den Wettkampf sehr gut vorbereitet, meine Schwimmbrille und Neopren stehen fest.

Du hast es schon erwähnt, aber was könnten noch Herausforderungen im Kanal sein?
Marion: Es könnte sein, dass es relativ schnell kalt wird, je nachdem wie tief der Kanal ist. Der Ein- und Ausstieg sind noch ein Thema, aber da überlege ich mir meine Strategie. Ich werde auf jeden Fall versuchen, mich einzuschwimmen. Es sind viele Schwimmer im Wasser, was mich sonst nicht stört, aber im Wettkampf habe ich ein Problem damit, wenn mich jemand überholt.

Gibst du dann eher Gas oder resignierst du, wenn dich jemand überholt?
Marion: Das kommt darauf an, an welcher Stelle wir uns im Wettkampf befinden. Wenn es gleich am Anfang ist, dann lasse ich sie ziehen und schaue mal, wie lange sie noch können. Wir sind in einem Pulk, der ungefähr dieselbe Zeit schwimmt, was sehr gut ist. Da kann ich mich messen. Der Challenge wird in jedem Fall eine neue Erfahrung für mich sein. Es wird eine Premiere, und dort werde ich dann sehen, wie schlimm es wirklich wird (lacht). Toll wäre es, wenn ich voran schwimmen könnte. Aber mein Ziel ist das Mittelfeld in meiner Gruppe und die Zeit von einer Stunde plus oder minus zehn Minuten zu schaffen.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Trainiert wird auch im See.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Trainiert wird auch im See. (Foto: Franz Aichinger)

Wie muss die ideale Schwimmumgebung für dich sein?
Marion: Ich schwimme gerne in kühlerem Wasser. Eine direkte Sonneneinstrahlung muss hingegen nicht sein. Aber ich nehme jedes Wetter, wie es kommt.

Wie bist du zum Schwimmen gekommen?
Marion: Mit vier Jahren habe ich schwimmen gelernt. Meine gesamte Familie ist sportlich – von Rhythmischer Sportgymnastik über Leichtathletik bis zum Skifahren ist alles dabei. Vor allem das Schwimmen. Meine Eltern wohnen nah beim Freibad. So stand der Schwimmverein für meine Geschwister und mich schnell fest. Zudem war meine Oma Übungsleiterin. Sie hat mir das Schwimmen beigebracht. Mit vier Jahren bin ich einfach reingesprungen, der Ehrgeiz war da, ich wollte das lernen. Es hat Spaß gemacht, und der Spaß ist bis heute geblieben. Man hatte da seine Freunde, die Familie hat uns auch immer unterstützt, uns zu Wettkämpfen gefahren. Mit acht Jahren hatte ich den ersten Wettkampf. Und seither mag ich es, wenn ich mich mit Leuten messen kann.

Wer unterstützt dich am Wochenende?
Marion: Mein Freund fährt mit, meine Familie fiebert von zu Hause aus mit. Mein älterer Bruder ist Triathlet. Er war 2018 beim Challenge Roth dabei. Durch ihn bin ich auf diesen Triathlon aufmerksam geworden. Damals habe ich ihn angefeuert. Triathlons sind bei uns definitiv Familien-Events. Meine Mutti bereitet Nudelsalat in rauen Mengen vor und gibt ihn mir mit. Das ist Special-Nudelsalat. Der ist mittlerweile schon Ritual geworden. Ohne den geht nichts. Es sind zudem auch Leute vom Straubinger Schwimmverein dabei. Manche machen dann auch den kompletten Triathlon.

Worauf freust du dich am meisten beim Challenge Roth?
Marion: Persönlich habe ich wieder einen Schwimmwettkampf. Der letzte war, als ich 18 Jahre alt war. Und es ist für mich die längste Strecke, die ich jemals in einem Wettkampf geschwommen bin. Es sind 3,8 Kilometer, die für mich eine schöne Herausforderung sind. Ich freue mich aber auch auf Gleichgesinnte und Teil, des Challenge zu sein. Ich möchte die Atmosphäre dort genießen. Roth ist einfach besonders: diese Stimmung, diese Leute. Da stehen Menschen, die mit dem Sport nichts zu tun haben und die aber so drin sind. Das macht einfach Spaß. Das war für mich damals als Zuschauerin schon ein Gänsehautmoment. Jetzt als Teilnehmerin wird es bestimmt sehr überwältigend sein.

Bei der Challenge Roth messen sich die besten Sportler.
Bei der Challenge Roth messen sich die besten Sportler. (Foto: Challenge Roth/Christoph Raithel)

Der Challenge Roth ist der weltweit größte Wettkampf auf der Triathlon-Langdistanz. Der Wettkampf findet seit 2002 im mittelfränkischen Roth statt. Er umfasst 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathonlauf über 42,2 Kilometer. Jährlich nehmen auch zahlreiche bekannte Triathleten hier teil, darunter Jan Frodeno, der erst kürzlich das letzte Heimrennen seiner Karriere absolviert hat. 

 

Weitere Informationen zum Challenge Roth gibt es unter www.challenge-roth.com/de/

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Matthias Jell

Matthias Jell

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