Augsburg im Kleinformat

Augsburgs prachtvolle City von oben Impressionen aus der Luft von Augsburgs Prachtstraße - die Maxstrasse in der Altstadt ist eine der kunsthistorisch bedeutsamsten Straßen Süddeutschlands. Copyright: IMAGO/ Alexander Rochau/xmultimaps360-Schweyer/Rochaux 20200612_max-no_001

Bertolt Brecht und Leopold Mozart sind Kinder der Stadt. Die Römer schenkten Augsburg eindrucksvolle Bauten, Textilindustrie und Metallhandel machten die Stadt reich. Ein Rundgang durch die heutige Schwabenmetropole

Während sich im Sommer in vielen Städten die Hitze staut, zieht es Einheimische und Besucher in Augsburg ans Wasser. Es ist Hauptakteur des städtischen UNESCO-Weltkulturerbes und schlängelt sich in den Lechkanälen durch die Altstadt. Die stellvertretende Tourismusdirektorin und Stadtführerin Astrid Kellner zeigt bei einem Rundgang, welche Ecken Augsburgs besonders sehenswert sind.

Augsburger Rathaus

 

Das Augsburger Rathaus mit dem Perlachturm gilt als Wahrzeichen der Stadt. Elias Hohl hat es im 17. Jahrhundert erbaut. Heute ist es einer der bedeutendsten Profanbauten der Renaissance nördlich der Alpen. Berühmt ist das Rathaus auch für seinen Goldenen Saal – ein Musterbeispiel der Innengestaltung in der Renaissance. Die Decke ist mit Blattgold verkleidet und zeigt mit über 20 Quadratmetern eines der größten Deckengemälde weltweit. Auf dem Rathausplatz befindet sich auch die Tourist-Info und viele Cafés mit Plätzen im Freien, in denen Besucher ihren Stadtrundgang planen können.

Augsburger Altstadt


Neben dem Perlachturm führt eine Straße in die Altstadt hinunter. Der Teil der Stadt ist von kleinen Gassen und Winkeln geprägt. Große Kaufhäuser gibt es hier nicht. Restaurants, Cafés, kleine Geschäfte, Gerbereien, Schmuckläden und Galerien laden zu einem gemütlichen Stadtbummel ein. Ständiger Begleiter ist das Plätschern des Wassers aus den Lechkanälen, die sich durch die Altstadt schlängeln. Hier lassen sich heiße Sommertage gut aushalten, am Wasser ist es angenehm kühl. Verkehrslärm gibt es hier keinen, die Altstadt ist für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Fuggerei

 

Die Fugger sind aus Augsburg nicht wegzudenken. Die Fuggerei gilt als eigene kleine Stadt in der Stadt. Sie ist mit 67 Häusern, 142 Wohnungen und einer Kirche die älteste Sozialsiedlung der Welt. Jakob Fugger stiftete die Fuggerei im Jahr 1521. Heute leben hier etwa 150 bedürftige Augsburger katholischen Glaubens für eine unfassbare Jahresmiete von 0,88 Euro. “Früher zahlten sie einen Rheinischen Gulden. Heute sind das umgerechnet 88 Cent”, sagt Kellner. “Drei Gebete täglich für die Familie Fugger sind ihnen außerdem auferlegt.” Besucher können die Fuggerei mit Museum, Schauwohnung und Weltkriegsbunker täglich gegen Eintritt besichtigen. 2021 feiert die Fuggerei 500-jähriges Jubiläum.

Augsburger Puppenkiste

 

Wer sich jetzt von der Fuggerei aus weiter südlich orientiert, kommt zum denkmalgeschützten Heilig-Geist-Spital, in dem die Augsburger Puppenkiste untergebracht ist. Wer kennt sie nicht aus seiner Kindheit: Jim Knopf, Lukas der Lokomotivführer und das Urmel wohnen in “der Kiste”, dem erfolgreichsten Puppentheatermuseum Europas. Hier finden Puppentheater-Aufführungen und wechselnde Sonderausstellungen statt.

Wasserwerk am Roten Tor 


Ein paar Schritte weiter am südlichen Ende der Innenstadt öffnet sich die Grüne Lunge Augsburgs: Alles grünt und blüht. Besucher gelangen von hier aus schnell zum Roten Tor und den Wassertürmen der Stadt. Das Tor war Teil der ehemaligen Stadtbefestigung und ist nach der Abtragung der Stadtmauer erhalten geblieben. Heute gilt das Ensemble als ältestes bestehendes Wasserwerk Mitteleuropas. 463 Jahre lang diente es der Trinkwasserversorgung. Die Wassertürme können von Mai bis Oktober besichtigt werden.

Maximilianstraße

 

Auf der Maximilianstraße gelangen Besucher zurück in den Stadtkern. Die Straße gilt als eine der kunsthistorisch interessantesten Straßen Süddeutschlands. Bauten der Gotik, des Rokoko, des Neoklassizismus und der Nachkriegszeit geben Einblick in die Stadtgeschichte. Sie verbindet den Ulrichsplatz samt der Kirche St. Ulrich mit dem Rathausplatz. Benannt ist die Straße nach Kaiser Maximilian I., der viel Zeit in Augsburg bei seinem Hausbankier Jakob Fugger verbrachte.

Schaezlerpalais

 

Im Schaezlerpalais an der Maximilianstraße werden heute städtische und staatliche Kunstsammlungen aufbewahrt. Das Gebäude diente früher als Stadtschloss des Bankiers Benedikt Adam Freiherr von Liebert, Edler von Liebenhofen, der mit Silberhandel ein Vermögen machte. Der Rokokofestsaal ist das Prunkstück im Schaezlerpalais. Im Sommer zieht es Touristen und Augsburger gleichermaßen in den Garten des Palais. Direkt davor befindet sich der bekannte Herkulesbrunnen.

Stadtpalast der Fugger

 

Die Familie Fugger residierte früher ebenfalls an der Maximilianstraße. Jakob Fugger baute dort von 1512 bis 1515 sein Stadthaus. Der Stadtpalast besitzt vier Innenhöfe, die jeweils von Wohngebäuden und Lagerräumen umschlossen und heute für Besucher offen sind. Ein weiterer Innenhof, der Damenhof, diente als Garten für die Ehefrauen der Fugger. “Der Damenhof ist an warmen Tagen ein beliebter Treffpunkt”, sagt Kellner.

Kirche St. Moritz

 

Wenige Meter weiter steht die Kirche St. Moritz, eine der ältesten Kirchen Augsburgs. 2019 feierte sie 1000 Jahre Gründungsjubiläum. Zuvor gestaltete das Architekturbüro John Pawson aus London den Innenraum neu. Die Gestaltung und das Lichtkonzept wurden vielfach international ausgezeichnet, so dass die Moritzkirche heute ein herausragendes Beispiel moderner Sakralarchitektur in historischem Bestand ist.

Der Hohe Dom zu Augsburg

 

Im Norden der Innenstadt wartet der Hohe Dom zu Augsburg als Abschluss des Rundgangs. “Die Baustile eines ganzen Jahrtausends sind hier vereint”, sagt Kellner. Von Westen her blicken Besucher auf den alten ottonischen Bau mit unverputztem Mauerwerk und zwei Türmen. Im Osten erhebt sich ein mächtiger, weiß verputzter gotischer Chor. Augsburg ist ein Bischofssitz, das Bistum umfasst nahezu ganz Schwaben und Teile Mittelfrankens.

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Christine Henze

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