Ingwer: Das Kraftpaket für das Immunsystem

Ingwer ist längst auch in Deutschland fester Bestandteil in vielen Küchen. (Foto: Shotshop/imago)

Ingwer: Roh, gekocht oder gebraten passt er zu fast allem. Ingwer aromatisiert Wasser und Limonaden, bereichert fruchtig in Kürbissuppe und indischen Currys. Fein gerieben verfeinert er Obstsalate, Kuchen und Plätzchen und gibt dem Hausmittel gegen Erkältungen, der lang gekochten Hühnersuppe, den finalen Kick. Seine ätherischen Öle prägen den Geschmack, verlieren sich aber mit längerer Lagerung, die Schärfe dagegen wird intensiver.

Die schilfartige Ingwerpflanze (Zingiber officinale) wird etwa einen Meter hoch und blüht gelb-rot. Sie ist mit Kurkuma, Kardamom und Galgant verwandt. Ihr waagrecht unter der Erdoberfläche verbreitetes Rhizom bezeichnet man umgangssprachlich als Ingwerwurzel. Diese ist gelblich, im Alter zunehmend faserig und von einer korkigen, hellbraunen Schicht umgeben, die essbar ist.

Wo Ingwer als Heilmittel eingesetzt werden kann

 

Die Traditionelle Chinesischen Medizin beschreibt die Heilwirkung des Ingwers. In Europa setzten Hildegard von Bingen und Paracelsus den Exoten bereits im Mittelalter bei Magen-Darm-Beschwerden ein. Als Mittel für Blähungen, Reiseübelkeit und Erbrechen hat er sich bewährt. Chronische Darmentzündungen werden unter anderem durch Tee mit getrocknetem Ingwer therapiert. Studien fanden eine Schmerzmittel-ähnliche Wirkung bei (Muskel-)Schmerzen und Entzündungen wie Arthrose und Rheuma. Hier kommt Ingwer auch äußerlich zum Einsatz.

Mit rund 150 Inhaltsstoffen, wie Vitamin C, Magnesium, Eisen, Zink und Mangan, bietet der Ingwer ein wahres Kraftwerk auf. Für die Medizin besonders interessant machen ihn seine ätherischen Öle, sowie die Scharfstoffe, die Gingerole und Shogaole. Diese regen die Durchblutung an, erklären seine wärmende Wirkung. Weil er Husten stillt, Schweiß fördert und Entzündungen hemmt, wird die Wurzel gern bei Erkältungen und Atemwegserkrankungen eingesetzt.

Ingwer ist gut für den Stoffwechsel

 

Als Stoffwechselturbo unterstützt Ingwer die Immunabwehr. Das beginnt im Mund. Das im Ingwer enthaltene 6-Gingerol stimuliert ein Enzym im Speichel. Es sorgt damit für frischen Atem und einen besseren Nachgeschmack. Noch wichtiger: die Aktivierung des Abwehrsystems im Speichel. Das gegen Bakterien und Pilze wirkende Hypothiocyanat verdreifacht sich durch 6-Gingerol. Eine hemmende Wirkung auf Viren wird vermutet. Im Magen regt Ingwer die Bildung von Magensäure an. Die stärkere Durchblutung aller Schleimhäute sorgt für raschen Stoffwechsel der Immunzellen. Der Darm erholt sich schneller.

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Matthias Jell

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