Weltrekord-Versuch: Hunderte Kuhschellen erklingen im Allgäu

Kuhschellen zählen in Bad Hindelang und in den ganzen Allgäuer Alpen und der Region zum Kulturgut.
Kuhschellen zählen in Bad Hindelang und in den ganzen Allgäuer Alpen und der Region zum Kulturgut. Im Allgäu trägt das Vieh in den Bergen kleine Schellen, um für Alphirten besser auffindbar zu sein. Große Zugschellen werden Allgäuer Kühen ausschließlich als Schmuckstücke umgehängt – etwa beim Alpabtrieb. (Foto: Wolfgang B. Kleiner)

Kuhschellen zählen in Bad Hindelang und in den Allgäuer Alpen und der Region zum Kulturgut. Mit den Schwerpunkten „Ökomodell Hindelang“ und dem Immateriellen Kulturerbe „Hochalpine Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang“ sind die Schellen fester Bestandteil des Lebensraumkonzeptes „Unser Bad Hindelang 2030“. Mit einem Weltrekord-Versuch im Kuhschellenläuten möchten die Organisatoren des Telemark-Weltcup-Finales des internationalen Ski-Verbandes (FIS) am Samstag, 18. März, 12 Uhr, im Ski- und Bergdorf Oberjoch das „Kulturgut Schellen“ und die Alpwirtschaft noch stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken und sich im „Guinnessbuch der Rekorde“ verewigen.

„Die Bedeutung der Schelle für das Allgäu im Allgemeinen und für Bad Hindelang im Besonderen ist das zentrale Thema der Veranstaltung. Der Weltrekordversuch ist eine einmalige Chance, das Allgäu als Kulturstandort und als Lebensraum zu präsentieren mit dem Schwerpunkt der Allgäuer Alpwirtschaftskultur, die eine besonders regionalspezifische Identität hat. Bad Hindelang ist als Gastgeber prädestiniert, 46 Alpen mit rund 8.000 Hektar Alprechtsfläche machen 56 Prozent der Gemeindefläche aus“, sagt der Bad Hindelanger Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier.

Ein Weltrekord ähnlicher Art ist im Guinnessbuch der Rekorde seit 2009 vermerkt: Demzufolge ließen im September 2009 exakt 640 Personen in Boswil (Schweiz) rund 700 Kuhglocken gemeinsam erklingen. Im November desselben Jahres waren im niederbayerischen Rinchnach 1.370 Glocken gleichzeitig zu hören – im Rekordbuch eingetragen ist diese Leistung jedoch nicht.

Im Allgäu trägt das Vieh in den Bergen keine Glocken, sondern kleine Schellen, um für Alphirten besser auffindbar zu sein. Große Zugschellen werden Allgäuer Kühen ausschließlich als Schmuckstücke umgehängt – etwa beim Alpabtrieb (Viehscheid) im September – und sind der Stolz vieler Bauern und Älpler.

Nahezu 800 Menschen mit Schelle oder mehreren Schellen haben sich die Organisatoren zum Ziel gesetzt. Jeder Teilnehmer erhält eine Startnummer – der Rekordversuch wird notariell überwacht. Getreu dem Motto „Zusammen erklingen die Schellen am Hang“ wird ein Dirigent des Allgäu Schwäbischen Musikbundes Takt und musikalische Koordination vorgeben. Für die musikalische Begleitung sorgen Alphornbläser aus Oberjoch und der Region. 

Das Schellenläuten für die heimische Alpwirtschaft ist eingebettet in das Weltcup-Wochenende der besten Ski-Telemarker vom 16. bis 18. März 2023 an der Grenzwiesbahn im Skigebiet Oberjoch. Das FIS-Weltcup Finale bildet den Saisonabschluss der Telemarker. Die besten Athletinnen und Athleten ihrer Zunft werden mit den  Weltcup-Kristallkugeln der FIS ausgezeichnet. Je Geschlecht gibt es drei Disziplinen-Trophäen und einen Gesamt-Weltcup.

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Matthias Jell

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