Ein Herz für Passau: Die Sehenswürdigkeiten der Dreiflüssestadt

Passau hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, die nicht nur bei Abenddämmerung ein tolles Panorama bieten. Foto: Siegfried Kuttig/imago

Die Dreiflüssestadt Passau hat so einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Und es gibt kaum jemanden, der mehr über die schönsten Plätze der Stadt und ihre Geschichte weiß als Josefine Windisch. 

Josefine Windisch liebt ihre Stadt. Seit mehr als 25 Jahren führt sie Gäste durch Passau. „Hier ist immer was los“, sagt die ältere Dame. Geboren wurde sie im Stadtteil Auerbach, heute lebt sie in Hacklberg. „Das ist hundertprozentig hochwassersicher.“ Für die Bürger der Dreiflüssestadt ist der Wasserstand seit jeher ein Thema. Erst 2013 wurde die Altstadt von der zweitschlimmsten Flutkatastrophe ihrer Geschichte heimgesucht. Die Passauer haben sich aber nie vertreiben lassen: Sie wurden in der Vergangenheit reich durch den Handel, vor allem mit Salz. Der Wohlstand lässt sich an den Gebäuden der Altstadt ablesen, die nach dem verheerenden Stadtbrand von 1662 von italienischen Baumeistern wieder aufgebaut wurde. In Passau gibt es viel zu entdecken – eine kleine Auswahl hat Josefine Windisch für Bayerns Bestes getroffen:
Seit über 25 Jahren zeigt Josefine Windisch den Menschen die schönsten Seiten der Stadt Passau. Foto: Franziska Meinhardt
Seit über 25 Jahren zeigt Josefine Windisch den Menschen die schönsten Seiten der Stadt Passau. Foto: Franziska Meinhardt

1. Dom St. Stephan

 

Im Zentrum der Altstadt ragt der Dom St. Stephan hervor – laut Josefine Windisch „das Herz von Passau“. Der größte sakrale Barockbau nördlich der Alpen zeugt von der Macht der Fürstbischöfe, die ab 1217 über die Stadt herrschten. Im 8. Jahrhundert wurde die Bischofskirche erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Stadtbrand von 1662 blieb vom Dom nur der spätgotische Ostteil erhalten. Dass er nicht abgerissen wurde, ist Fürstbischof Wenzeslaus Graf Thun zu verdanken: Er beschloss, zwar das restliche Bauwerk im barocken Stil neu zu errichten, verfügte aber, dass der gotische Teil stehen bleiben dürfe. 

 

Der barocke Prachtbau mit „gotischer Seele“ beherbergt heute die größte Domorgel der Welt: 17.974 Pfeifen, die kleinsten nur sechs Millimeter groß, verteilen sich auf insgesamt fünf Orgeln.

2. Neue Residenz, Residenzplatz 8

 

Nur wenige Schritte vom Dom entfernt erreicht man die Neue Residenz, die im Wiener Spätbarock erbaut wurde. Das um 1768 entstandene, stuckverzierte Treppenhaus aus Untersberger Marmor mit dem Deckenfresko „Die Götter des Olymp huldigen der unvergänglichen Stadt Passau“ sollte man sich ansehen. Heute befindet sich hier das Bischöfliche Ordinariat mit dem Eingang zum Domschatz- und Diözesanmuseum.

3. Dackelmuseum, Große Messergasse 1

Hunde dürfen mit in die Ausstellung, www.dackelmuseum.de 

 

Im weltweit wohl einzigartigen Dackelmuseum zeigen die Floristmeister Seppi Küblbeck und Oliver Storz auf rund 80 Quadratmetern 4 500 Exponate rund um den Dachshund. Nicht nur die Geschichte der Hunderasse wird beleuchtet, sondern es ist auch für jede Menge Kitsch Platz. Der „Wackeldackel“ ist hier ebenso zu finden wie Skizzen von Pablo Picasso..

4. Glasmuseum, Schrottgasse 2

www.wilder-mann.com


Das Hotel „Wilder Mann“ besticht nicht nur als historisches Patrizierhaus, sondern beherbergt auch ein außergewöhnliches Glasmuseum. Auf rund 2.200 Quadratmetern beleuchten 30.000 Gläser die europäische Glasgeschichte von 1650 bis 1950. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt bei der Glaskunst im 19. Jahrhundert bis zum Jugendstil.

5, Scharfrichterhaus, Milchgasse 2

www.scharfrichterhaus.de

 

Das renommierte Kleinkunsttheater in einem der ältesten Häuser der Stadt bietet seit 1977 Kabarett vom Feinsten: Siegfried Zimmerschied und Bruno Jonas fanden hier mit ihren Stücken eine Bühne und prägten das Programm. Die anfänglichen Versuche, diese kulturelle Gegenströmung zu unterbinden, schlugen fehl, und so ist das Scharfrichterhaus heute nicht nur fest im Passauer Kulturleben integriert, sondern auch weit über die Stadt hinaus bekannt. Seinen Namen verdankt das Scharfrichterhaus einer Legende, nach der hier der Scharfrichter von Passau gelebt haben soll.

6. Kloster Niedernburg, Klosterwinkel 1

 

Die ehemalige Abtei der Benediktinerinnen wurde im 8. Jahrhundert gegründet. In der romanischen Pfeilerbasilika Zum HeiligenKreuz aus dem 12. Jahrhundert befindet sich das Grab der Heiligen Gisela, das heute noch das Ziel ungarischer Pilger ist. Die ehemalige Königin Ungarns war 1042 nach dem Tod ihres Gatten Stephan und einigen Jahren Gefangenschaft in ihre bayerische Heimat zurückgekehrt und wurde Äbtissin im Kloster Niedernburg. Die zweite Kirche des Klosters, die um 1150 erbaute St.-Marien-Kirche, ist heute nur noch als Ruine erhalten. In ihrer Vorhalle befinden sich wertvolle spätromanische Fresken.

7. Museum für moderne Kunst, Bräugasse 17

www.mmk-passau.de


Das 1990 vom Architekten und Kunstmäzen Hanns Egon Wörlen gegründete Kunstmuseum beherbergt den Nachlass des Künstlers Georg Philipp Wörlen (1886 – 1954) sowie Werke des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und von zeitgenössischen Künstlern. Der Schwerpunkt liegt auf Künstlern aus dem Länderdreieck um Passau.

8. Römermuseum Kastell Boiotro, Lederergasse 43

www.stadtarchaeologie.de/museum

 

Auf den Fundamenten des spätrömischen Kastells Boiotro können Besucher heute einen Blick in die Vergangenheit werfen: Im Römermuseum in der Innstadt rekonstruieren Filme, Touchscreens, Hörstationen, Modelle und über 600 Exponate das Leben zur Zeit der Römer, die 400 Jahre lang an der Nordgrenze des Imperiums herrschten.

Info

Der Verein Passauer StadtFührer e.V. bietet Führungen zu verschiedenen Themen an:
www.passauer-stadtführer.de

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Matthias Jell

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