Die Essenz der Frucht erleben: Edle Obstbrände aus Bayern

Obstbrände aus Mirabellen
Obstbrände sind ein Teil der bayerischen Lebensart. (Foto: Bernd Wittelsbach)

Edle Obstbrände aus Franken, vom Bodensee oder aus Südostbayern gehören zu einer guten bayerischen Lebensart dazu. Wegweiser für den Genuss ist die Bayern Brand Prämierung. Die Siegerbrände sind ein Gütesiegel für hervorragende Qualität. Die bayerischen Brenner veredeln aber nicht nur die verschiedenen Obst- und Kräuterarten zu Spezialitäten, sie sind gleichzeitig Naturschützer und Pfleger der bayerischen Kulturlandschaft.

Kaiser-Wilhelm, Sämling, Lederapfel, Mollebusch-Birne und Röhrlesbirne haben etwas gemeinsam: Sie sind alle uralte Obstsorten, die auf Bayerns Streuobstwiesen wachsen. Nicht selten landen einige der rund 2.000 Streuobstsorten weiterverarbeitet zum Brand in der heimischen Bar oder in gut sortierten Gastwirtschaften. Erfahrene Brenner bringen viel Leidenschaft und Wissen rund um Obst und Handwerk ein. So werden die Brände zu einzigartigen Spezialitäten. Sie schaffen es, die Essenz der Frucht vom Baum in die Flasche zu transportieren.

(Foto: Stefan Braun/braunphotography.de)
Ein Prädikat für hervorragende Produktqualität ist die Bayerische Obstbrandprämierung sowie die Verleihung des Staatsehrenpreises. Die bayerischen Edelobstbrenner, die Mitglied der Initiative „Bayern Brand – Wir brennen für Bayern!“ sind, werden hier alle zwei Jahre prämiert. Erst im Mai wurde der Staatsehrenpreis verliehen. Insgesamt reichten die Brenner 546 Produkte zur Prämierung ein. Am prominentesten waren Frankens Brenner mit 302 Produkten vertreten. Am häufigsten reichten Bayerns Edelbrenner Äpfel-, Birnen-, und Williams Christ-Brände ein. Im Kommen sind aber auch Gin und Whisky. Eine Expertenjury und Kenner aus der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau belohnten nach analytischer und sensorischer Prüfung der Produkte zehn Brenner mit dem Staatsehrenpreis. Über die vergangenen Jahre ist eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität zu beobachten. Experten führen das auf die Ausbildungsinitiative für Brenner zurück. Durch die Veredelung des Obstes in Brände leisten Brenner gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen, was sie zu Umweltschützern und Hüter der Kulturlandschaft macht.

Streuobstwiesen sind Grundlage der Genussvielfalt und besitzen höchste Bedeutung für Biodiversität und die Kulturlandschaft. Die Bayerische Staatsregierung hat das erkannt und den Streuobstpakt geschlossen. Die Regierung unterstützt über die nächsten 15 Jahre mit über 600 Millionen Euro Anlage, Pflege und Erhalt der der Streuobstbestände.

Hohe Ehre für besondere Brenner: Das sind die Staatsehrenpreisträger 2022

Brennerei Schöngarten
Schöngartenstraße 16–18 · 88131 Lindau
www.schoengarten.com

Edelobstbrennerei Eisele
Anton-Günther-Str. 29 · 89362 Offingen
www.weinhaus-riedmann.de

Brennerei Edgar Gößwein
Günterslebener Str. 12 · 97291 Thüngersheim
www.destillerie-goesswein.de

Gutsbrennerei Sarching
Obere Dorfstraße 23 · 93092 Sarching
www.gutsbrennerei-sarching.de

Edelobstbrennerei Henninger
Wippenau 2 · 91604 Flachslanden
www.edelbrennerei-henninger.de

Haus der edlen Brände
Mendsgasse 2 · 97236 Randersacker
www.haus-der-edlen-braende.de

Brennerei Schmitt
Hilmar Schmitt
Krum 26 · 97475 Zeil am Main

Brennerei Schulz
Holger Schulz
Rossacher 38 · 96269 Großheirath-Neuses a. d. Eichen

Weyermann Destillerie
Brennerstraße 17–19 · 96052 Bamberg
www.weyermann.de/destillationszentrum/

Spezialitätenbrennerei Norbert Winkelmann
Schnaid 4a · 91352 Hallerndorf
www.brauhaus-am-kreuzberg.de/tag/spezialitaetenbrennerei/

Wissenswertes rund um die Spezialitäten der bayerischen Edelobstbrenner

Obstbrände: Die Obstbrände, die aus den Früchten der Streuobstwiesen entstehen, sind „echte“ Obstbrände. Sie werden ausschließlich aus der eigenen Fruchtmaische destilliert. Erkennungsmerkmal für die echten Brände sind die Endungen –brand oder –wasser. Der Mindestalkoholgehalt darf 37,5 Prozent nicht unterschreiten. Echte Brände sind weder aromatisiert noch gezuckert.

Geist: Als Geist bezeichnet man Endprodukte, deren Ausgangsprodukte zwar ein volles Aroma besitzen, jedoch nur einen geringen Zucker- und Stärkegehalt. Sie eignen sich nicht zum Gären. Nüsse und Wurzeln etwa. Diese maischen Brenner unvergoren in Neutralalkohol ein und destillieren sie.

Likör: Weingeist oder Branntwein sind die Basis für Liköre. Man mischt sie mit Zucker oder Honig und aromatischen Stoffen von Wurzeln, Pflanzen, Kräutern, Früchten oder ätherischen Ölen zu. Sie haben einen Alkoholgehalt von mindestens 15 Prozent und mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter.

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Matthias Jell

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