Rund um den Staffelsee: Wandern im Blauen Land

Blick über den idyllisch gelegenen Staffelsee.
Blick über den idyllisch gelegenen Staffelsee. Foto: Wolfgang Ehn

Rund um den malerischen Staffelsee laden Bergtouren, Wander- und Sinneswege dazu ein, sich das bayerische Voralpenidyll zu erlaufen und in kunstvolle Welten einzutauchen.

 

Schon die berühmten Expressionisten Wassily Kandinsky und Gabriele Münter verliebten sich in die reizvolle Landschaft rund um den Markt Murnau. Inspiriert von der Farbgewalt der Berge, Hügel und Seen gründeten sie hier vor mehr als 100 Jahren die Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“, bannten ihre Eindrücke auf Leinwände und erkoren das heutige Blaue Land zu ihrer neuen Heimat. Auf Wanderungen im 110 Kilometer umfassenden Wegenetz begegnet man ihren Motiven auf Schritt und Tritt. Oder entdeckt neue von der Natur gezeichnete Gemälde, die man am besten vor dem geistigen Auge abspeichert oder mit Kamera und Smartphone festhält, um zu beweisen, dass es blaue Wunder
wirklich gibt.

 

Die volle Dosis Farbenpracht erhalten Wanderer, die sich den Heimgarten (1750 m) als Gipfelziel aussuchen. Die Tour, die in Ohlstadt beginnt, ist ein Klassiker im Voralpenland, dauert rund 5,5 Stunden und fordert Kondition für 1100 Höhenmeter aufwärts. Wer dann oben am Kreuz steht, genießt den Ausblick über die Ammergauer Alpen, das Wettersteingebirge und das Estergebirge sowie über zahlreiche Seen.

Der Moos-Rundweg mit herrlicher Alpenkulisse.
Der Moos-Rundweg mit herrlicher Alpenkulisse. Foto: Wolfgang Ehn

Einer von ihnen ist der Staffelsee bei Murnau. Mit seinem moorhaltigen und milden Wasser zählt er zu den wärmsten Badeseen Bayerns. Wer ihn nicht gerade mit Ruderboot, Paddelboard oder Motorboot quert, der sollte ihn einfach zu Fuß erkunden. Der Staffelsee-Rundweg beginnt in Murnau und führt auf einer Strecke von immerhin 20 Kilometern dafür ohne nennenswerte Höhenunterschiede um das Gewässer herum. Dabei laden kleine Buchten zum Baden ein, waldige Abschnitte sorgen für Schatten und Restaurants für genussvolle Momente. 

 

Unterwegs sieht man immer wieder kleine blaue Schilder, die mit einem gelben brennenden Herzen bedruckt sind. Sie kennzeichnen den “Meditationsweg“, der sich auf einer Länge von rund 200 Kilometern durch das Blaue Land und die Nachbarregion Ammergauer Alpen schlängelt. Den Wegesrand säumen Stelen, die zu Meditationsübungen und zum Innehalten anregen. Sie alle wurden an besonderen Kraftorten aufgestellt. Kleiner Tipp: Achtsamkeits-Coaches führen auf Anfrage über den Weg.

 

Das größte Alpenrandmoor Mitteleuropas 

 

Am Rande von Murnau wartet eine weitere Naturschönheit darauf, entdeckt zu werden. Das Murnauer Moos, das größte, intakte Alpenrandmoor in Mitteleuropa, lässt sich bei einer gemütlichen Wanderung innerhalb von drei Stunden umrunden. Die Route führt vorbei an blütenreichen Wiesen, in denen viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause gefunden haben. Dass auf einer Fläche über 20 Quadratkilometern gut 800 Farn- und Blütenpflanzen gedeihen, erfahren Urlauber übrigens auch bei geführten Touren, die regelmäßig angeboten werden. Aber auch auf eigene Faust ist der Weg eine Bereicherung. Zumal er auf einem Teilstück über einen Bohlenweg verläuft, der in die “Langen Filze” führt: ein Hochmoor, das aber vom klassischen Aussehen abweicht und eher an eine wilde Landschaft Kanadas erinnert. 

Wo die Expressionisten rund um das Paar Wassily Kandinsky und Gabriele Münter eingekehrt sind, ist nicht klar. Fest steht aber, wo sie wohnten. Noch heute kann man das Münter-Haus in der Kottmüllerallee 6 besuchen und in den bunten Alltag der Künstler eintauchen, die ihre Möbel ebenso gerne bemalten wie die Treppe und weitere Einrichtungsgegenstände. Am besten, man kombiniert den Hausbesuch mit einem Spaziergang über den Drachenstichweg. Der sechs Kilometer lange Rundwanderweg führt über das Münter-Haus zur Lourdesgrotte und weiter über einen Höhenrücken mit Blick auf die Zugspitze und über das Murnauer Moos zum Drachenstich.

Das Blaue Land erstreckt sich rund um den Künstlerort Murnau in den bayerischen Voralpen. Die Orte heißen: Eglfing, Großweil, Murnau, Riegsee und Ohlstadt, Schwaigen-Grafenaschau, Seehausen, Spatzenhausen und Uffing. Kulturliebhaber begeben sich auf die Spuren der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“, die hier ihre Wahlheimat und Inspiration fanden. Bei Naturfreunden stehen Wanderungen durchs Murnauer Moos oder in die umliegende Berglandschaft mindestens ebenso hoch im Kurs wie ausgedehnte Rad-Touren rund um den Staffelsee oder zu anderen schönen Flecken der Region. 

Der sechs Kilometer lange Rundwanderweg führt über das Münter-Haus zur Lourdesgrotte und weiter über einen Höhenrücken mit Blick auf die Zugspitze und über das Murnauer Moos zum Drachenstich. Hinter letzterem verbirgt sich ein kleiner Wasserfall und eine Schlucht, wo der Sage nach der Murnauer Lindwurm seine Jungfrauen verspeist haben soll. Wurm oder Nicht-Wurm, das spielt beim anschließenden Blick über den Staffelsee mit seinen sieben Inseln sowieso keine Rolle mehr. Das tiefe Blau des Sees, der liebliche Charakter des bayerischen Himmels und die dunkelblau-grün schimmernden Berge setzen den Verstand Schach-Matt und lassen einem sprichwörtlich das Herz aufgehen. 

Der Name ist Programm: Boote in Uffing.
Der Name ist Programm: Boote in Uffing. Foto: Simon Bauer

Weitere Infos:

Tourismusgemeinschaft Das Blaue Land, Untermarkt 13, 82418 Murnau

info@dasblaueland.de
www.dasblaueland.de
www.facebook.de/dasblaueland 

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Stephan Kabosch

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