Kult-Musical „Rocky Horror Show“ kommt nach Niederbayern

„Rocky Horror Show“ in Niederbayern
Dr. Frank’n’Furter und seine Gefolgschaft (Foto: Mathias Adam)

Von den ersten Tanz- und Gesangsproben bis hin zur Premiere: In diesem Blog begleiten wir die Entstehung der „Rocky Horror Show“, die ab Oktober 2022 in Straubing und Landau an der Isar aufgeführt wird.

Wir sind dabei, wenn sich die rund 40 Laiendarsteller teils in Außerirdische verwandeln, die zahlreichen Tänze einstudieren und bekannte Lieder wie den „Time Warp“ üben. Was sich Regisseur Philipp Bissinger-Striffler einfallen lässt und welche Kostüme das Kreativteam anfertigt, erfahren Sie ebenfalls in regelmäßigen Abständen in unserem Blog.

Premiere:

Die Perücken und gewagten Gewänder sitzen, das Make-up bekommt den letzten Feinschliff, die Band macht sich bereit – die Rocky Horror Show feierte am Samstag eine fulminante Premiere in Straubing.

Eindrücke vom Premierenwochenende im Video

Die meisten Zuschauer sind mit einem Fanbag und einer Anleitung zum Stück ausgestattet – wann muss man was auf die Bühne werfen, an welcher Stelle kommuniziert man mit den Darstellern? Bereits zu den ersten Klängen des “Time Warps” springt das Publikum auf. Die Gefolgschaft rund um Frank’n’Furter gibt alles. Und als der Master die Bühne betritt, hört man kurzzeitig nur noch Gejole.


Das Ensemble nimmt einen mit auf eine Reise zwischen sehr guter Laune, Tanzeinlagen und der einen oder anderen traurigen Episode. Immer dabei: Live-Musik vom Feinsten und schauspielerischen Highlights.

Wer Lust auf Trash, Glamour und Rock’n’Roll haben möchte, kann sich Karten für die weiteren Aufführungen sichern:

In Straubing:
9., 10. und 11. Dezember 2022

In Landau a. d. Isar:
11. und 12. November
30. und 31. Dezember 2022
sowie 6., 7. und 8. Januar 2023

Die Lieder sind auf Englisch, die Sprechtexte Deutsch. Tickets für die Vorstellungen in Straubing und Landau an der Isar sind auf www.okticket.de erhältlich. Ein Teil der Karten geht bei jeder Aufführung an karitative Einrichtungen.

Weitere Informationen unter www.kunst-kultur.bayern

Kurz vor der Premiere am Samstag, 22. Oktober

Ein fester Probenablauf in der Premierenwoche

In der Woche der Premiere findet jeden Abend eine Probe statt, mittlerweile mit den finalen Gewändern. Hin und wieder wird noch etwas angepasst, damit auch jeder Schritt sitzt. Der Ablauf einer finalen Probe: Zuerst wird im Chor gesungen, dann zusammen getanzt. Entweder finden komplette Durchläufe der beiden Akte statt, oder man übt noch Stellen, an welchen sich Darsteller unsicher oder die für die Handlung besonders wichtig sind. Außerdem gibt es eine Masken- und Make-up-Einweisung von Modedesigner Daniel Buresch. Denn viele Darsteller werden sich vor den Auftritten selbst stylen. Am Ende des Probentags, weit nach 22 Uhr, gibt der Regisseur noch konstruktive Kritik und Tipps.

Tanzen, singen und mitmachen ausdrücklich erlaubt

Die “Rocky Horror Show” ist ein Musical zum Mitmachen: Die Zuschauer tanzen zu den Liedern, kommunizieren mit den Darstellern und ahmen beziehungsweise unterstützen teils die Darbietungen auf der Bühne. Hierfür gibt es sogenannte „Fanbags“, die man vor der Vorstellung kaufen kann. Darin enthalten sind unter anderem eine Zeitung, Spielkarten oder Konfetti. Wann diese zum Einsatz kommen, ergibt sich aus der Handlung – oder man schaut es sich bei erfahrenen Zuschauern ab.

Knapp eine Woche bis zur Premiere:

Es wird rockig!

Die Gewänder, die alle geschneidert werden, sind für das Ensemble fast komplett, einige Rollen müssen sich noch etwas gedulden. Christina Matschoss („Riff Raff“) und Stephanie Breu („Magenta“) sind im Musical Geschwister und verstehen sich auch im echten Leben bestens. Zu ihrem weißen Outfit haben sie große, perlmuttfarbene Flügel bekommen.

 

Karin Hartenstein wird die Concierge darstellen, die das Publikum durch das Stück führt. Standesgemäß muss sie stimmgewaltig auftreten. Das beweist sie mal mit rockiger Stimme in den Solis, mal markant im Chor.

Karin Hartenstein ist die Einlasserin und dementsprechend stimmgewaltig. (Foto: Mathias Adam)

Ebenso energiegeladen: Ben Engl, der bereits in einigen Theaterstücken mitspielte, jetzt aber seine erste Hauptrolle hat. Er ist „Eddie“, ein Geliebter Frank’n’Furters, der von ihm dann aus Eifersucht umgebracht wird. Deshalb ist er auch nicht lange im Stück aktiv zu sehen. Doch „Eddie“ wird immer wieder erwähnt. Unter anderem in „seinem“ Song „Eddie’s Teddy“, von Dr. Scott, seinem Onkel, und sein Gehirn ist Teil von „Rocky“, Franks neuem Gespielen.

Auch die Band probt fleißig.

Die gut gelaunte Live-Band. (Foto: Mathias Adam)

Anfang Oktober:

Die Premiere rückt näher – die Gewänder und Requisiten sind da

Noch steht das Ensemble leger in Jogginghosen und Pullis während der Probe zusammen. Die niederbayerische Fassung des Kult-Musicals wird im Barock-Stil aufgeführt. Was die Darsteller später tragen werden, befindet sich in den riesigen Kisten, die heute im Proberaum stehen. Darin: weiße Oberteile aus und mit Spitze, Korsagen in Hautfarbe und knappe Bustiers. Die hellblonden Perücken liegen daneben. An den Schläfen sind die Haare zu Locken eingedreht und im Nacken zu einem Zopf gebunden. Je nach Rolle kommen noch Accessoires dazu – Fächer, weiße Regenschirme aus Stoff und venezianisch anmutende, goldene Stabmasken.
Ausdrucksvoll in Szene gesetzt: Die Darsteller präsentieren die Kostüme im Barock-Stil. (Foto; Mathias Adam)

Vom Mauerblümchen zur Sexbombe

Christina Veith und Sina Vöst sind am leichtesten bekleidet. Ihre Figur „Janet“, die sie sich teilen, ist anfangs ein biederes Mauerblümchen. Am Ende wird sie zur selbstbewussten Sexbombe. Veith und Vöst zeigen, wie „Janet“ dann aussieht: In weißen Strapsen, Hipstern und bauchfreien Korsetts mit tiefem Ausschnitt präsentieren sie sich ohne Scheu vor der Kamera.

Markus Donat (rechts) kann sich in den zehn Zentimeter hohen Plateau-Pumps schon perfekt bewegen. (Foto: Mathias Adam)

Mit den Kostümen zu proben, ist eine neue Herausforderung für die Darsteller und den Regisseur sowie die Choreografin. Unter anderem werden nun etwa die Abstände zwischen den Darstellern aufgrund der ausladenden Gewänder angepasst. Und auch die Darsteller selbst müssen sich daran gewöhnen, mit High Heels zu gehen und zu tanzen. Darsteller „Rocky“ alias Markus Donat trägt beispielsweise zehn Zentimeter hohe Plateau-Pumps in Feuerrot. Damit überragt der bereits schon sehr große Mann sein Ensemble um einiges – wieder passend für die Absurdität, für die die „Rocky Horror Show“ auch steht.


Christina Matschoss stellt den männlichen Diener Riff Raff dar. Anhand ihrer Gestik und Mimik erkennt man, dass die Straubingerin auf den Bühnen zuhause ist. Jetzt hält sie in ihren Händen eine Plastik-Wasserpistole – später wird daraus „Laser“ kommen. Auch Bernd Vogel zeigt sich gern: Als Mittelschullehrer, Musiker und Darsteller (unter anderem hat er bereits bei den Agnes-Bernauer-Festspielen oder dem Musical „Oliver“, beides in Straubing, mitgewirkt) ist es der Zwei-Meter-Mann gewohnt, vor Menschen zu stehen. Jetzt mimt er „Dr. Scott“, der im Rollstuhl sitzt.

Der Erzähler, der die Zuschauer später durch das Stück führt, ausgebuht und unterbrochen werden darf, ist Gerd Lex, den die hiesige Theaterwelt auch bestens kennt. Im Blaumann, mit Besen und Handschuhen, bereitet er sich auf seinen Einsatz vor.


Selbst nach stundenlangem Proben und frischen Temperaturen seien alle nach wie vor motiviert und gut drauf, ist Kattinger sichtlich stolz. Sie selbst ist mit vollem Einsatz bei der Sache – als „Columbia“, der Ex-Geliebten des Frank’n’Furter, steht sie meistens in einer der vorderen Reihen.

Regisseur Bissinger-Strieffler wirkt nach dem Probenmarathon – drei Tage von morgens bis abends, erschöpft. Im Ensemble sind auch Personen, die zum ersten Mal eine größere Rolle haben, mit denen man entsprechend mehr üben muss. Aber auch die erfahrenen Darsteller benötigen gezielt Anweisungen. Viele Ideen entstehen dabei auch in der Diskussion oder während des Spiels. „Ich bin megazufrieden mit dem ersten Durchlauf“, bekräftigt er trotzdem.

Mitte bis Ende September:

"The Rocky Horror Show" entsteht: Es wird intensiv geprobt

Je näher die Premiere kommt, desto öfter finden Tanzproben statt und umso länger dauern sie. Am Wochenende bis zu zehn Stunden, unter der Woche drei bis vier, nach Feierabend. „Was sich unsere Choreografin Sabrina Reischl für die Rocky Horror Show ausgedacht hat, ist atemberaubend und einzigartig“, sagt Produzentin Kathrin Kattinger. Reischl bleibt bescheiden und meint: „Ich bin mir nicht sicher, ob alle jetzt ausgearbeiteten Choreografien auch mit den Perücken und Gewändern funktionieren werden.“ Aus diesem Grund ist nun auch Regisseur Philipp Bissinger-Strieffler bei den Proben vor Ort. Er spricht viel, ist offen für Vorschläge und geht jede Szene Schritt für Schritt dur

Angst und Faszination

Mitte September steht wortwörtlich das Grundgerüst für die Kostüme: Die Darsteller binden sich die Reifröcke um die Hüften. Pikant: Sie sind nach vorne hin offen. Außerdem rücken die Akrobaten der Showtanzgruppe „Flip Flops“ aus Straubing mehr in den Fokus. Hier wirbelt jemand durch die Luft, eine andere Person steht auf den Schultern und wechselt scheinbar schwerelos in den Handstand, bevor sie wieder auf den Boden springt. „Ich stehe da zwischen diesen talentierten Leuten und denke: Tut’s euch bitte nicht weh!“, ist Kattinger begeistert und gleichzeitig besorgt.

 

Parallel dazu laufen die Gesangsproben ohne Tanz unter Chorleiterin Klaudia Salkovic-Lang. Sie übt mit allen Sänger, als auch einzeln mit den Hauptdarstellern. Eine Übung zum Beispiel: auf Abruf vierstimmig singen können. Dafür spielt Salkovic-Lang auf dem Klavier und gibt keinen Einsatz, die Sänger sollen rein durch die Musik wissen, wann sie anfangen müssen zu singen. So sind sie auch später während der Aufführungen nicht auf einen Chorleiter angewiesen.

 

Ende September treffen zum ersten Mal die Liveband mit acht Musikern und das Ensemble zusammen. Um die Kondition weiter aufzubauen, wird getanzt und gesungen. Kattinger ist sichtlich stolz auf ihre Truppe, alle seien unheimlich diszipliniert. So sieht das auch Reischl: „Die Mädels und Jungs machen das in ihrer Freizeit, kommen teils von weiter weg. Es macht großen Spaß.

Ab Anfang September 2022:

Tänzer und Sänger stellen den 1. Akt fertig

August 2022:

Die ersten Tanzproben Anfang August - mit Video

Tanzproben bei der "Rocky Horror Show"
Mit viel Elan ging es an die ersten Tanzproben. (Foto: Mathias Adam)

Juli 2022:

Die Darsteller in Strapsen, Sex auf der Bühne, trashiger Glamour, anzügliche Texte – und die Zuschauer tanzen und singen mit, werfen Konfetti oder Spielkarten: Die „Rocky Horror Show“ ist der Exot unter den Musicals. Nun kommt es nach Niederbayern.

Die Handlung der „Rocky Horror Show“

Die frisch Verlobten Janet und Brad, beide verklemmt und bieder, möchten ihren ehemaligen Lehrer Dr. Scott besuchen und machen sich mit dem Auto auf den Weg. Dabei geraten sie in ein Gewitter, ein Reifen platzt und sie bleiben auf einer einsamen Straße liegen. Um Hilfe zu rufen, klopfen die beiden an die Tür eines geheimnisvollen Schlosses. Diener Riff Raff bittet sie hinein. Die „Horror Show“ beginnt: In Strapsen gekleidet, begrüßt sie Dr. Frank’n’Furter, der lüsterne „Master“ des Hauses, und seine Gefolgschaft. Sie stammen vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania.


Dr. Furter erschafft gerade sein neues Lustobjekt Rocky. Der ist ihm aber nicht genug, und so verführt er auch die beiden Gäste. Als sich Janet zu Rocky hingezogen fühlt, kommt es fast zum Eklat. Retter in der Not ist Dr. Scott, der plötzlich vor der Tür steht. Er weiß um die Außerirdischen und ist ein alter Feind des Hauses. Dr. Furter ist darauf vorbereitet und feiert sich vorab und seine vermeintliche Überlegenheit. Doch der Widerstand kommt aus den eigenen Reihen: Riff Raff und Schwester Magenta möchten zurück nach „Transsexual“ – und bringen Dr. Frank’n‘Furter um, der noch bleiben möchte. Janet und Brad entkommen.

Die Termine des Kult-Musicals

In Straubing:
22. und 23. Oktober
9., 10. und 11. Dezember

 

In Landau a. d. Isar:
11. und 12. November
30. und 31. Dezember
6., 7. und 8. Januar 2023

 

Die Lieder sind auf Englisch, die Sprechtexte Deutsch. Tickets für die Vorstellungen in Straubing und Landau an der Isar sind auf www.okticket.de erhältlich. Ein Teil der Karten geht bei jeder Aufführung an karitative Einrichtungen.

 

Weitere Informationen unter www.kunst-kultur.bayern

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Christine Henze

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