Wein, Welterbe, Würzburg

Die Alte Mainbrücke ist ein Wahrzeichen der Stadt. Foto: Congress-Centrum-Würzburg/Andreas Bestle

Auf der Alten Mainbrücke einen Schoppen Wein trinken, die Würzburger Residenz besuchen und durch die Altstadt flanieren – das ist Würzburg. Gegründet 1000 v. Chr. von den Kelten, später fränkischer Herzogssitz und seit 1030 auch Bischofssitz, ist Würzburg heute die Hauptstadt Unterfrankens. Dabei sind viele Bauwerke noch nicht einmal 100 Jahre alt. Kurz vor Endes des Zweiten Weltkrieges wurde Würzburg innerhalb von 17 Minuten fast vollständig zerstört. Dank der Bürger ist die Geschichte der Stadt aber auch heute noch erlebbar.

Dom St. Kilian

 

Der Dom ist die viertgrößte romanische Kirche Deutschlands. Nachdem er 1945 völlig ausgebrannt war, bauten die Würzburger die Außenfassade nach alter Form wieder auf. Im Querhaus und Chor wurden barocke Stuckdekorationen erhalten. Angebaut an das Querhaus befindet sich die Schönbornkapelle von Balthasar Neumann. Sie dient als Grabstätte für die Fürstbischöfe aus dem Hause Schönborn. (Domstraße 40, 97070 Würzburg)

Neumünster und Lusamgärtlein

 

Das Neumünster steht auf der Grabstätte der Würzburger Missionare Hl. Kilian, Kolonat und Totnan. Ursprünglich eine romanische Basilika aus dem elften Jahrhundert, wurde auch das Neumünster beim Luftangriff 1945 bis auf die bauliche Substanz zerstört. Wenige Einzelwerke sind heute noch erhalten. Nebenan befindet sich das Lusamgärtlein. Hier kann man die Grabstätte von Walther von der Vogelweide besuchen, der Minnesänger erhielt in Würzburg einen Alterswohnsitz. (Domstraße und Martinstraße 4, 97070 Würzburg)

Falkenhaus

 

Woher der Name “Falkenhaus” stammt, kann in Würzburg heute niemand mehr mit Gewissheit sagen. Vermutlich lässt er sich auf den Dompfarrer zurückführen, der im 14. Jahrhundert hier wohnte und einen “Falkenhof” besaß. 1735 erwarb Gastwirt Franz Thomas Meißner das Haus, seine Frau beauftragte Stuckateure aus Oberbayern mit der Umgestaltung der Außenfassade. Die Rokokofassade gehört heute zu den eindrucksvollsten in ganz Süddeutschland. Nach der Zerstörung 1945 erfolgte der Wiederaufbau anhand alter Fotografien. Heute befindet sich hier die Tourist Information. Direkt daneben steht die Marienkapelle – eine imposante spätgotische Hallenkirche der Bürgerschaft. (Marktplatz 9, 97070 Würzburg)”

“Zum Stachel”

 

“Zum Stachel” ist ein alter Bürgerhof, der vor einem folgenschweren Ereignis als “Hinterer Gressenhof” bekannt war. 1525 erkoren die Anführer im Bauernkrieg den Gressenhof als ihr Hauptquartier aus. Am Haus befestigten sie einen Morgenstern, die damals typische Waffe der Bauern. Sie bezeichneten ihn als “Stachel”. Heute ist das “Zum Stachel” Restaurant und Weinhaus. Ein eindrucksvoller “Stachel” neben der Eingangstür hält die Geschichte lebendig. (Gressengasse 1, 97070 Würzburg)

Grafeneckart mit Modellstadt Würzburg

 

Der Grafeneckart ist der älteste Teil des Rathauses, der auch dem Bombenhagel 1945 standgehalten hat. Besonderheiten sind der romanische Turm und der Wenzelsaal aus dem 13. Jahrhundert. Ursprünglich war der Grafeneckart Sitz eines bischöflichen Beamten. 1316 erwarben ihn Bürgermeister und Rat der Stadt – ein Signal des bürgerlichen Unabhängigkeitsstrebens. Heute besteht das Rathaus aus mehreren Gebäuden. Ein Gedenkraum mit einem Modell der völlig zerstörten Stadt erinnert an die Bombennacht des 16. März 1945. (Domstraße, 97070 Würzburg)

Vierröhrenbrunnen

 

Direkt gegenüber des Grafeneckhart steht der Vierröhrenbrunnen aus dem 18. Jahrhundert. Auf der Spitze des Obelisken thront Frankonia, die Schutzheilige des Herzogtum Frankens. Unter ihr sind die vier Kardinaltugenden angeordnet: die Tapferkeit mit Helm und Löwenfell, die Gerechtigkeit mit der Waage, die Weisheit mit einem Buch und die Mäßigung, die Wasser in einen Kelch Wein gießt. (Beim Grafeneckart 12, 97070 Würzburg)

Alter Kranen

 

1772/73 ließ Franz Ignaz Michael Neumann den Kranen am Mainufer errichten. Dieser Kran erleichterte den Güterumschlag vom Fluss aufs Land und umgekehrt. Der Alte Kranen hat die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ohne größere Schäden überstanden. Heute dient er als Wahrzeichen der Stadt am Mainufer. (Mainkai 12, 97070 Würzburg)

 

Tipp: Diejenigen, die es für einen Spaziergang an die Mainpromenade zieht, sollten auch an der “Fischbar zum Krebs” Halt machen. Seit 2011 ist der rostrote Kutter ein beliebter Treffpunkt. Fischbrötchen und “Fish & Chips” schmecken mit Ausblick über den Main doppelt gut.

Alte Mainbrücke

 

An der Stelle soll bereits 1120 die erste Steinbrücke Deutschlands errichtet worden sein. Seit 1730 stehen die 4,5 Meter hohen charakteristischen Heiligenfiguren der Stadt Würzburg auf der Brücke – sie konnten auch nach der Bombennacht restauriert werden. Heute treffen sich spätnachmittags Einheimische und Gäste zum Würzburger Brückenschoppen. Mit einem Gläschen Wein in der Hand genießt man die Aussicht, kommt ins Gespräch, lauscht den Straßenmusikern und hält “das Schöppeln am Main” lebendig. (Alte Mainbrücke, 97070 Würzburg)

Wer seinen Stadtrundgang über die Altstadt hinaus ausdehnen möchte, sollte die Festung Marienberg auf der anderen Mainseite, die Wallfahrtskirche Käppele und das Weingut am Stein in Würzburgs prominentester Weinlage besuchen.

Mehr unter: www.wuerzburg.de

Würzburger Residenz

 

300 Jahre ist es her, dass Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn den Baumeister Balthasar Neumann mit der Gestaltung seines eindrucksvollen Schlosses beauftragte und der Grundstein gelegt wurde. Die Arbeit Neumanns und aller Mitwirkenden ist herausragend. Nicht umsonst zählt die Residenz Würzburg heute zum Unesco-Weltkulturerbe. 1981 war sie das erste Bauwerk in Bayern mit diesem Titel. 

 

Nur mit kurzen Unterbrechungen ist das Schloss in knapp einer Generation errichtet worden. Eine beeindruckende Leistung, die sich heute darin widerspiegelt, dass der Komplex aus hellem Sandstein ein einheitliches Erscheinungsbild trägt und nicht von verschiedenen Stilepochen geprägt wurde. Im Inneren findet sich das größte zusammen-hängende Deckenfresko, das je gemalt wurde. Giovanni Battista Tiepolo wurde um 1752 unter anderem mit der Ausgestaltung des Gewölbes im Treppenhaus beauftragt. Hofkirche und Hofgarten schmiegen sich an das Gebäude und sind ebenfalls sehenswert. 

 

Mehr unter: www.residenz-wuerzburg.de

Staatlicher Hofkeller

 

Und wie sollte es in Würzburg anders sein – der Fürstbischof gab seinem Baumeister den Auftrag, für ein Weinlager die komplette Residenz zu unterkellern. Heute befindet sich in dem Gewölbe das Bayerische Staatsweingut “Staatlicher Hofkeller Würzburg” – eines der drei großen Weingüter der Stadt. Das Weingut existiert bereits seit 1128, wechselte aber mehrmals Standort und Eigentümer. “Mit über 890 Jahren ist es eines der ältesten Weingüter weltweit”, sagt Weingutsdirektor Thilo Heuft bei einer Führung. Silvaner, Riesling, Müller Thurgau, Scheurebe, Spätburgunder und viele weitere Rebsorten wachsen in den Wein lagen in der Region, unter anderem auch am Würzburger Stein. 

 

Im Staatlichen Hofkeller kann man an Kellerführungen, Weinproben und weiteren Veranstaltungen teilnehmen.  Aktuelle Infos unter: www.hofkeller.de

Eine ausführliche Reportage über Würzburg lesen Sie in der Ausgabe 04/2020

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Christine Henze

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