Natur auf 475 Kilometern erleben: Eine Radtour durchs Allgäu

Eine Zwischenstation auf der Gipfel-Etappe des Allgäu-Radweges ist Tannheim in Österreich. (Foto: Chromorange/Imago)

Auf 475 Kilometern die beeindruckende Natur des Allgäus erkunden. Durch sechs Landkreise in Bayern, Baden Württemberg und Tirol radeln. Geschichten und Gesichter der Regionen entdecken. Und dabei nicht nur geradlinig von A nach B fahren, sondern das Ende der Strecke immer wieder mit dem Anfang verbinden – das kann nur die Radrunde Allgäu. Freilich muss man hierbei nicht die vollen 475 Kilometer radeln, sondern kann sich auch einzelne Etappen herauspicken. Bayerns Bestes stellt Ihnen drei der Etappen näher vor.

Die Etappen

Die Schlosspark-Etappe: Füssen – Bad Wörishofen

 

Der Weg hinaus aus Füssen führt hinein in den Stadtteil Weidach und damit zum Forggensee. Am See entlang und vorbei am Festspielhaus, einst Musicaltheater, heute Veranstaltungshaus, geht es weiter in Richtung Osterreinen. Auf der anderen Seeseite blitzen immer wieder die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau auf. Zwischen Dietringen und Roßhaupten wird mit den Römern gerastet, denn die Geschichte der alten Handelsstraße Via Claudia Augusta, die nun quer durch den Forggensee führt, ist mit dieser Landschaft eng verbunden.

 

Nach Roßhaupten verlassen wir den Forggensee und fädeln uns auf die Dampflokrunde in Richtung Marktoberdorf ein. Die Erlebniswelt des Schlossparks verspricht entspanntes, genussvolles Radeln mit wenigen, wenn nur leichten Steigungen. Und so fahren wir nun auch gemütlich durch ein Waldstück in Richtung Steinbach. Die Radrunde fährt linker Hand an der Ortschaft vorbei und führt nun über Stötten nach Rieder. Hier können die Füße im kalten Nass des Eisweihers erfrischt werden, bevor es nach Marktoberdorf geht. Von Marktoberdorf geht es in Richtung in Richtung Ebenhofen und Biessenhofen. An den Bahngleisen entlang erreicht die Radrunde Kaufbeuren. Die Radrunde macht einen kleinen Schlenker durch die Altstadt Kaufbeurens, allerdings nicht durch die Fußgängerzone. Entlang der B 16 verlassen wir die Stadt in Richtung Pforzen.

Der Allgäu Radweg: Isny – Kempten – Marktoberdorf

 

Wir verlassen Isny auf dem Allgäuradweg in Richtung Hofen. Weiter geht es auf Nebenstraßen nach Weitnau. An einem kleinem Waldstückchen gelangen wir auf einem Schotterweg bei Breitenmoos an die Mitteleuropäische Wasserscheide Rhein – Donau. Durch ein größeres Waldstück und später durch Wiesen hindurch erreichen wir Buchenberg. Auf dem Allgäuradweg fidnen sich nun Schutzunterstände, die bei schlechtem Wetter gute Dienste leisten. Nach Ermengerst und Ahegg erreichen wir die Allgäumetropole Kempten. Wie wäre es mit einem Besuch der Burghalde oder des Archäologischen Parks Cambodunum? Die 2.000 Jahre währende Geschichte der Römerstadt Kempten wird hier mit den Funden sicht- und erlebbar. Über 120 Jahre archäologische Arbeit stecken hinter den Ausstellungsstücken im Tempelbezirk und in den Kleinen Themen.

 

Wir verlassen Kempten auf dem Allgäu Radweg in Richtung Wildpolsried. Der Radweg führt quer durchs Alpenvorland und besticht immer wieder durch seine malerischen Bergblicke. Über Leupolz und Betzigau erreichen wir den höchsten Punkt des Radwegs, oberhallb der Gemeinde Wildpoldsried. Quer durch Felder und Wiesen geht es weiter in Richtung Unterthingau, ab hier führt der Radweg strassenbegelitend bis Oberthingau. Auf dem Allgäuradweg muss der Radfahrer immer wieder kräftiger in die Pedale treten, denn es ist dem Alpenvorland entsprechend hügelig. Bei Leuterschach geniessen wir noch einmal das herrliche Bergpanorama und erreichen schließlich Marktoberdorf. In der Kreisstadt lässt sich beispielsweise auf den Spuren des beliebten Kurfürsten Clemens Wenzeslaus wandeln. Das ehemalige Fürstbischöfliche Schloss und die fast zwei Kilometer lange Lindenallee mit 620 Linden laden zu einem aussichtsreichen Abstecher ein.

Die Gipfelwelten-Etappe: Jungholz – Füssen

Von Habsbichl (Jungholz) radeln wir weiter in Richtung Unterjoch. Auf diesem Stück erwartet uns eine harte Steigung, aber nach rund 100 Metern ist sie überstanden. Dieses Wegstück befindet sich idyllisch in den Wäldern der Wertachschlucht gelegen. Bald darauf öffnet sich der Wald und wir fahren auf asphaltierten Wegen weiter hinein in das Bergdorf Unterjoch.

 

Durch grüne Wiesen radeln wir kaum merklich über die Grenze nach Österreich und hinein ins Tannheimer Tal. Es bleibt hügelig, die Ausblicke in die begleitenden Gipfelwelten sind herrlich. Das nächste Ziel ist Schattwald. Wir fädeln uns nun auf den Radweg Tannheimer Tal ein und radeln weiter in Richtung Tannheim. Dann erreicht der Radfahrer Tannheim, den zentralen Hauptort des Tannheimer Tals.

 

Nach Tannheim führt die Radrunde in Richtung Grän, ohne den Ort allerdings zu durchfahren. Nun geht es wieder in Richtung Deutschland. Je nach Wetterlage lohnt sich jetzt eine gute Ausrüstung in Form des Zwiebelprinzips. Entlang des Flusses Ach geht es nun durch die Wälder und kleinen Schluchten des Achtals. Die Strecke ist abwechslungsreich wie schön, es kann allerdings kühl und zugig werden.

 

Mit dem Austritt aus dem Achtal öffnet sich dem Radfahrer das weite Land. Am Wasser entlang erreichen wir Pfronten, das aus dreizehn Ortsteilen besteht. Der Höhenluftkurort ist auch für sein Bergwiesenheu und dessen gesunde Wirkung bekannt. 

 

Wir fahren weiter in Richtung des Ortsteils Kappel, begleitet von einer grandiosen Aussicht. Von dort führt die Radrunde über einen Anstieg nach Rehbichel. In dem Ortsteil sollte der Radfahrer unbedingt auf die Beschilderung achten. Weiter geht es nach Zell und Eisenberg. Die Ruinen, die nun auftauchen, sind die Burgruinen Hohenfreyberg und Eisenberg. Ein Abstecher zur Besichtigung lohnt sich allemal. Dabei ist auch ein Zwischenstopp auf der Schlossbergalm möglich.

 

Eine weitere Stärkungsmöglichkeit bietet die Radrunde bei der Durchfahrt von Speiden. Der kleine Ortsteil von Eisenberg ist nicht nur als Wallfahrtsort mit der Wallfahrtskirche Maria Hilf bekannt, sondern auch für sein selbst gebrautes Bier aus dem Maria Hilfer Sudhaus. Danach geht es weiter nach Hopferau und schließlich nach Hopfen am See.

 

Durch Wiesen und Felder hindurch führt die Radrunde als straßenbegleitender Radweg nach Füssen – stets mit bester Sicht auf die Berge.

Unter folgendem Link finden Sie eine Übersicht über alle Etappen der Allgäu-Radrunde

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Matthias Jell

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