“Bayerns Bestes”-Skitouren-Tipp für Profis: Die Hocheisspitze in den Berchtesgadener Alpen

Die Hocheisspitze in den Berchtesgadener Alpen liegt auf einer Höhe von 2.523 Metern. Die Skitour ist technisch und konditionell enorm anspruchsvoll und ist daher nur etwas für erfahrene Skitouren-Geher. (Foto: Sepp und Marc Brandl)

Die Hocheisspitze ist unter den Skibergen der Berchtesgadener Alpen eines der anspruchsvollsten und großartigsten Ziele für Skitouren. Da die Straße von der Ramsau (Hintersee) über den Hirschbichlpass in den Pinzgau für den allgemeinen Verkehr gesperrt ist und die Postbusse gewöhnlich erst ab Mitte Mai verkehren, erweist sich bis zu diesem Zeitpunkt der Parkplatz in Hintertal auf österreichischer Seite als günstigster Ausgangspunkt.

Vom Parkplatz in Hintertal auf steiler Straße zur Passhöhe des Hirschbichl, dahinter über das gleichnamige Gasthaus und die ehemalige Grenzstation talwärts, bis sich zur Rechten freie Hänge anbieten. Über diese zum Wald hinauf und auf einem breiten Wanderweg in einigen Schleifen in den großen Kessel um die Mittereisalm (1.325 Meter). Vor dieser zweigt bei einem ebenen Waldstreifen und mehreren Wegweisern links ein unbeschilderter, ehemaliger Almweg über die Mittereis-Diensthütte in den Hocheiskessel ab. Etwa in seinem Bereich steigen wir in mehreren Schleifen durch schönen Bergwald zur Diensthütte (1.576 Meter) und von dort rechts über ca. 300 Höhenmeter, meist durch lichten Lärchenwald, anschließend noch ca. 120 Höhenmeter über welliges und gestuftes Kargelände in den großen Hocheiskessel hinauf. Links einer großen Grube geht es ziemlich eben zum Fuß einer Steilflanke in den hintersten Kessel (ca. 2.030 Meter) weiter.

Unter günstigen Bedingungen kann man hierher auch vom hinteren Ende des Mittereiskessels über einen schütter bewaldeten Steilhang bzw. eine seichte Rinne (ca. 400 Höhenmeter, Lawinenstrich) links des Kleineishörnl (Abfahrtsroute im späten Frühjahr) und anschließend durch angenehme Mulden und über Kuppen ansteigen. Die Steilflanke im Hocheis geht man meist in einer Rinne auf der linken Seite an – auch rechts ist ein Anstieg möglich – und holt nach ca. 150 Höhenmeter, vor der Verengung der Rinne, auf einen wenig ausgeprägten Absatz nach rechts aus, um dann – dem Gelände angepasst – zuerst mehr rechts, dann in der Mitte der Flanke bis unter den Felsgürtel anzusteigen. Zuletzt geht es sehr steil in die Scharte rechts vom Gipfel (Skidepot, ca. 2.480 Meter) und von dort in zwei Steilstufen von ca. 40 Höhenmeter auf allen Vieren über den verschneiten Grat ostwärts zum kleinen Metallkreuz auf der Hocheisspitze. Abfahrt wie Aufstieg.

Talort:

Weißbach bei Lofer, 665 m, Pinzgauer Dorf im Saalachtal, an der Buslinie Salzburg – Bad Reichenhall – Saalfelden

Ausgangspunkt:

Parkplatz in Hintertal, 979 m. Zufahrt von Weißbach über die Hirschbichlstraße (4,8 km, Kettenpflicht im Winter)

Aufstiegszeiten:

Hintertal – Hirschbichlpass 30 Minuten, Hirschbichl – Mittereisalm 45 Minuten, Mittereisalm – Hocheis-Diensthütte gut 30 Minuten, Diensthütte – Hocheiskessel 2 Stunden, Hocheiskessel – Hocheisspitze knapp 1,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad:

Schwere Strecke. Nur für erfahrene Skitouren-Geher geeignet.

Anforderungen:

Mit Ausnahme eines Gletschers ist das gesamte Spektrum des Tourengehens geboten. Sehr steile Flanke unterm Gipfel (Harscheisen, evtl. Steigeisen), kurze Gratkletterei zum höchsten Punkt, nur für erfahrene Alpinisten

Lawinengefährdung:

Mehrere tödliche Unfälle machen die besondere Lawinengefahr hier deutlich. Daher ist eine Skitour nur bei absolut stabilen Schneeverhältnissen im Frühjahr zu empfehlen

Orientierung:

Im Wald oberhalb der Mittereisalm bei fehlender Spur guter Orientierungssinn nötig, sonst nicht schwierig, ausreichende Sicht erforderlich

Günstige Zeit:

Ende März bis Mai

Variante

Im Frühjahr mit Rad vom Hintersee zur Bindalm (gut 6 km); ab zweiter Mai-Hälfte per Bus von Weißbach oder Hintersee zum Hirschbichl bzw. zur Bindalm; von dort in etwa 45 Minuten zur Mittereisalm
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Matthias Jell

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