Klanggewalt “Carmina Burana” von Carl Orff

Carmina Burana Carl Orff
Die "Carmina Burana" ist feurig. Passend dazu ist diese Szene: Sänger des "Czech National Choir" stehen mit Fackeln in der Aufführung der "Carmina Burana" in Köln. (Copyright: imago/T-F-Foto)

Ob in der Werbung oder im Konzertsaal: Die Musik der “Carmina Burana” des Münchner Komponisten Carl Orff kennt vermutlich jeder. Es ist das meistgespielte Werk der Musikgeschichte und erklingt im Sommer 2022 auch auf Schloss Kaltenberg nahe des Ammersees. Vor 40 Jahren starb Orff. Wir haben uns zu diesem Anlass auf die Spurensuche nach dem Erfolgskonzept seiner Komposition begeben.

Bereits die ersten Takte der “Carmina Burana” sind hochdramatisch, einem Finale gleich. Es ist die tiefe Klage des Menschen über das Einwirken der Glücksgöttin Fortuna, dem der Einzelne nicht entkommt. Diese Emotionen werden musikalisch spürbar: Von Paukenschlägen begleitet, brüllt der Chor “O Fortuna, velut luna, statu variabilis” (lateinisch: O Fortuna, wie der Mond von wechselhafter Art). Violinen, Bratschen und Klaviere bekräftigen die Klage durch wilde Sprünge zwischen hohen und tiefen Lagen. Spannung entsteht. Nach diesen ersten vier Takten – der sogenannten Initiale – wird der Chor plötzlich leise: “semper crescis, aut decrescis, vita detestabilis” (lateinisch: Immer nimmst du zu und ab, abscheuliches Leben). Die Spannung wächst. Ein Gänsehaut-Moment.

Carl Orff setzte bei seinem Bühnenwerk auf Lebendigkeit. Als Mitbegründer der Günther- Schule München, einer Ausbildungsstätte für Gymnastik und Tanz, experimentierte er viel mit Instrumenten, vor allem mit dem Schlagwerk, und diese Erfahrungen flossen ein. Immer im Vordergrund: die Verständlichkeit des Textes. Mit der szenischen Kantate gelang dem Komponisten 1937 der Durchbruch. Darüber hinaus schrieb Orff weitere Bühnenwerke wie “Der Mond” (1939), “Die Bernauerin” (1947) und “Prometheus” (1968) und entwickelte das “Orff-Schulwerk”, ein musikpädagogisches Konzept für Kinder. Die “Carmina Burana” sind sein bekanntestes Werk. Im Interview erklärt Dr. Thomas Rösch, Musikwissenschaftler und Direktor des Orff-Zentrums München, was deren Faszination ausmacht.

Die “Carmina Burana” sind das meistgespielte Chor-Orchester-Werk der Musikgeschichte. Kann man das so sagen?

Dr. Thomas Rösch: Ohne Übertreibung sind sie das. Dies belegen auch die offiziellen Zahlen des Verlags Schott Music, in dem Orffs Werke verlegt wurden. Damit sind sie öfter aufgeführt als die “9. Symphonie” von Ludwig van Beethoven oder der “Messiah” von Georg Friedrich Händel. Nur sehr wenigen Komponisten ist solch ein Wurf gelungen.

Was macht dieses Werk so besonders, dass es immer wieder aufgeführt wird?

Aus meiner Sicht hängt das mit der Farbigkeit des Klanges zusammen, denn die Instrumentation ist sehr raffiniert…

Das vollständige Interview sowie viel Wissenswertes rund um das Werk, Carl Orff und Veranstaltungen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von “Bayerns Bestes”.

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Christine Henze

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