Gluck-Festspiele in der Metropolregion Nürnberg starten am 29. April

Gluck Festspiele Metropolregion Nürnberg
Bei den Gluck-Festspielen gibt es wieder spannende Produktionen. (Foto: imago/ Westend61)

Vielfältiger und lebendiger kann man den Zugang zu Gluck nicht gestalten: Die Gluck-Festspiele werden am 29. April mit einer Neuproduktion von Pina Bauschs Tanzoper “Orpheus” eröffnet, am gleichen Tag feiert Lizzy Aumeiers Gluck-Kabarett “Mein Nachbar Willy” Premiere, am 14. Mai eine neue “Alceste” im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth. Am 20. Mai folgt Glucks Azione teatrale “Le Cinesi” als Exzellenzproduktion der Hochschule für Musik Nürnberg.

Mit den besten Ensembles der Alte Musik-Szene, interessanten Neuentdeckungen, Tanz- und Kabarett-Größen lässt der Intendant der Gluck-Festspiele, Michael Hofstetter, Gluck wieder so packend-emotional wie zu Lebzeiten des Komponisten erklingen und erleben. Und das passenderweise in der Region, in der Gluck 1714 in Erasbach bei Berching geboren wurde. Zentren der Gluck Festspiele sind dabei: das als Weltkulturerbe berühmte Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth, aber auch das über 100-jährige Theater in Fürth, der historische Rathaussaal und die St. Marthakirche in Nürnberg, Castell, Lehrberg und Bad Windsheim. Die Programmgestaltung lässt Besuchern von auswärts übrigens genug Freiheit, ganz “nebenbei” die Kultur- und Naturschätze der Region zu entdecken. Besichtigend, wandern oder per Rad.

Pina Bausch-Neuproduktion und eine neue “Alceste”

 

“Das ist nicht Anbetung der Asche, sondern Weitergabe des Feuers”, sagt Michael Hofstetter zur Neuproduktion, mit der die Gluck-Festspiele 2022 am 29. April im Theater Fürth eröffnen: Eine der bedeutendsten Arbeiten von Pina Bausch, die Tanzoper “Orpheus und Eurydike” aus dem Jahr 1975, wird für die Gluck-Festspiele 2022 wiederbelebt und auf Basis der legendären Produktion neu einstudiert. Da die Bewegungsabläufe von Pinas Arbeiten (anders als im klassischen Ballett) nicht notiert wurden, sind TänzerInnen der Uraufführung, die mit Pina den singulären Welterfolg des Ensembles begründet haben, aufgerufen, die Inszenierung weiter zu geben an die jungen TänzerInnen. Mit einem Countertenor in der Titelpartie (Valer Sabadus) trifft die emotionale Kraft und Wucht des “Orpheus”, die auf historischen Instrumenten besonders hervortritt, auf die Wahrhaftigkeit von Pinas Tanzsprache. 

 

Am 30. April ergänzt ein Liederabend mit Julian Prégardien das Gluck-Bild um dessen Klopstock-Oden (Dorfmühle Lehrberg). Die bewegende Geschichte rund um Königin Alceste, die ihr Leben für ihren todkranken Mann Admeto gibt, ist ab 12. Mai auf der Bühne des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth zu sehen. Aufgeführt wird in Koproduktion mit dem Theater Pilsen die italienische Urfassung von 1767: eine knappe, dramaturgisch spannende Fassung. “Hier hat Gluck die Form der Opera seria, obwohl er mit ihr sehr erfolgreich war, verlassen und erzählt den Text in großen dramatischen Szenen”, erklärt Michael Hofstetter. “Hier geht es um die letzten Seins-Dinge, die uns immer wieder beschäftigen”. Das sei tiefe Philosophie, aber auch großes Kino. Der vor Lebenslust sprühende Gegenpol ist am 12. Mai im Historischen Rathaussaal Nürnberg und am 13. Mai im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth zu erleben, wenn der gefeierte junge Sopranist Samuel Mariño ein “Gipfeltreffen” zwischen Gluck und Händel aufleben lässt, das in London 1746 stattfand.

Kabarett-Programm für die Gluck Festspiele und  eine Hochschulproduktion


“Es ist eine Ehre für uns”, freut sich Michael Hofstetter, dass die Musik-Kabarettistin Lizzy Aumeier mit ihrem direkten Oberpfälzer Humor ein Gluck-Programm exklusiv für die Festspiele gestaltet: “Mein Nachbar Willy” hat am 29. April in Bad Windsheim Premiere und tourt bis zum 14. Mai (Würzburg) durch die Lande. Die Akademie für Alte Musik Berlin gastiert mit Danae Kontora am 6. Mai im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, Hille Perl & Friends in der St. Marthakirche Nürnberg und L’estro d’Orfeo in der St. Johannes Kirche Castell (15. Mai). Mit der abschließenden Produktion von Glucks Einakter “Le Cinesi” (Premiere 20. Mai) wollen die Gluck Festspiele die Aus- und Weiterbildung der StudentInnen an der Hochschule für Musik Nürnberg fördern: “Wir bringen ein spezielles Wissen über Gluck im Originalklang an die nächste Generation von MusikerInnen”, meint Michael Hofstetter.

Das vollständige Programm gibt es unter www.gluck-festspiele.de

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Christine Henze

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