Die Sehenswürdigkeiten der zauberhaften Kurstadt Bad Kissingen

Elf Kurstädte in Europa hat die Unesco im Juli als "Great Spas of Europe", modellhafte Kurstädte, ausgezeichnet. Bad Kissingen ist die einzige bayrische. (Foto: Gertraud Wittmann)

Der bekannteste Kissinger hat nie einen Fuß in die Stadt gesetzt, wusste vermutlich gar nichts von ihrer Existenz. Dem Fürsten Ferenc II. Rákóczy (1676 – 1735) ist gegenüber der Wandelhalle ein lässiges Denkmal gesetzt. Nach ihm ist die Heilquelle benannt, die das heutige Staatsbad schon im 18. Jahrhundert weltbekannt machte. Das Rakoczy-Festwochenende Ende Juli ist das größte Fest der Stadt. Ein Ungar als Markenzeichen einer fränkischen Kurstadt?

Es begann als Jux unter Soldaten, erzählt Gästeführer Harald Hümmer. Offiziere des Fürstbischofs von Würzburg waren auf Sommerfrische in Bad Kissingen, tranken sehr große Mengen des Heilwassers und fühlten sich ob dessen durchschlagender Wirkung an die Schlachten gegen den ungarischen Freiheitskämpfer Rákóczy erinnert. Der Name blieb.
Das Denkmal des Fürsten Ferenc II. Rákóczy in Bad Kissingen. (Foto: Gertraud Wittmann)
Seit über 500 Jahren kommen Kurgäste zu den Heilquellen. Der Kissinger Sauerbrunnen (heute Maxbrunnen) war weithin bekannt. Um die Stadt vor Hochwasser zu schützen, verlegte Baumeister Balthasar Neumann die Fränkische Saale. Dabei entdeckte er gemeinsam mit Apotheker Georg Anton Boxberger 1737 die heutige Rakoczy-Quelle. Neumann schuf den weltweit ersten Kurgarten und ein Kurhaus am Rande der Stadt.

Historische Prominenz auf Kur

 

Zwischen 1700 und 1930 erlebte das Kurwesen eine Blütezeit. Der europäische Hochadel mit Therese und Ludwig I. von Bayern, Ludwig II. und dem russischen Zaren Alexander II. kurte hier ebenso wie die Schriftsteller Mary Shelley und Alfred Döblin, Verleger Gustav Langenscheidt und Klavierbauer Charles Steinway. Zeitweise waren die Wege im Kurpark in eine Drei-Klassen-Hierarchie unterteilt, nach Prominenz. Heute verbreiten hier 150 Palmen mediterranes Flair. Ein weitläufiger Park, ein Rosengarten, eine Wildrosenpromenade entlang der Saale locken geradezu in die Natur.

In ihrer Mitte prägen die Bauten der Architekten Friedrich von Gärtner und Max Littmann das Kurgartenensemble. Im Arkadenbau ist heute die Tourist-Info untergebracht. Der Regentenbau birgt einen der weltbesten Konzertsäle. Im Stil einer Basilika gestaltete Littmann 1910/11 die Wandelhalle mit der Brunnenhalle im Querschiff.

Lesen Sie auch: Wie wirkt Heilwasser?

Was sollten Urlauber neben je einer Portion Heilwasser und Kultur auf keinen Fall verpassen? “Mit einem Buch am Gradierwerk an der salzhaltigen Luft entspannen, den Segelflugzeugen beim Fliegen nachschauen, ein Aperitif im Rosengarten, eine Wanderung in der Landschaft, ein Abendkonzert im Max-Littmann-Saal oder das Konzert zum Heilwasserausschank”, empfiehlt Anna Maria Boll vom Unesco-Team der Stadt. Betritt man die lichtdurchfluteten Säulengänge der Wandelhalle für das Konzert der Staatsbad Philharmonie in der drehbaren Orchestermuschel, ist das beschwingte Vergnügen sicher.
Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Finden Sie uns auf :

Matthias Jell

Matthias Jell

Anzeige

Auch interessant

Scroll to Top